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Archiv & Museum

Das Archiv und das Museum der Stadt Neustadt an der Weinstraße sind das geschichtliche Gedächtnis Neustadts und seiner neun Ortsbezirke.

Stadtarchiv

Die Anfänge der städtischen Schriftgutüberlieferung reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das älteste Schriftstück im Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße ist die Stadtrechtsurkunde von 1275, die durch König Rudolf I. von Habsburg verliehen wurde. 1545 beschloss der Neustadter Stadtrat die Urkunden-Aufbewahrung durch die Bürgermeister im alten Rathaus. 1838 zog die Stadtverwaltung und somit auch das Archiv in das neue Rathaus am Marktplatz, das ehemalige Jesuitenkolleg. Von 1901 bis 1906 wurden die Gymnasialprofessoren Köberlin und Witzel mit der Ordnung und Verzeichnung der Altregistratur- und Archivbestände beauftragt; für ältere Archivalien wurde der Historiker Lukas Grünenwald zu Rate gezogen. In den 1920er und 1930er Jahren führten Beamte des Staatsarchivs Speyer weitere Ordnungs- und Registraturarbeiten durch. Im Zweiten Weltkrieg kam es zur Auslagerung der wichtigsten Archivalien in den Nordturm der Neustadter Stiftskirche. 1959/61wurde eine neue Sichtung, Ordnung, Signierung und listenmäßiges Erfassen des Archivgutes durch den Archivar Dr. Böhn durchgeführt und das Archiv zog vom Speicher in das Erdgeschoss des Rathauses um. Seitdem rissen die Bemühungen der Verwaltung und Wissenschaft um eine geordnete Erschließung und Lagerung der Archivalien nicht ab. 1973/74 erfolgte der erste Umzug in das Stadthaus II an der Talstraße 148. Im Jahr 1978 wurden Räumlichkeiten im neuerrichteten Klemmhof im Zentrum Neustadts bezogen. Aus Platzgründen gab es 1995 den zweiten und auch letzten Umzug in das Stadthaus II in der Talstraße. Im Jahr 2011 wurden die neugestalteten Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes in der Talstraße bezogen und eröffnet. Weitere Informationen...

Stadtmuseum

1912 kam es zur Gründung eines Museumsvereins, der schon nach kurzer Zeit 161 Mitglieder vorweisen konnte. Nachdem zunächst das Casimirianum als Museumsstandort vorgesehen war, fiel die Wahl schließlich auf vier Räume in der 1465 erbauten ehemaligen Stiftsschaffnerei in der Poststraße, der heutigen Schütt, die die Stadt dem Verein zur Verfügung stellte. Am 13. April 1914, dem Ostermontag, wurde das Museum dort feierlich eröffnet. Es bot im ersten Raum Steindenkmäler, im zweiten prähistorische und römische Funde, Münzen und Stadtansichten, im dritten Harnisch-Drucke, Erinnerungen an die Pfälzer Kurfürsten und Dokumente zum Hambacher Fest und zur Revolution 1848/49 und im vierten eine Bürgerstube des 18. Jahrhunderts. Zu Beginn des II. Weltkrieges musste das Museum geschlossen und teilweise verpackt und ausgelagert werden, da die Räumlichkeiten als Notunterküfte und Dienststellen benötigt wurden. Der Museumsverein löst sich 1950 auf und übergab die Sammlung an die Bezirksgruppe Neustadt des Historischen Vereins. Im Jahr 1955 wurde das Museum durch die Stadt Neustadt an der Weinstraße, welche mittlerweile die Sammlung für sich beanspruchte, am alten Standort in der Schütt neu eröffnet. Die 60er Jahren brachten dem Museum wieder einen regen Besucherzuspruch. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag nun auf der Zeit des Pfalzgrafen Johann Casimir und das 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Stadtsanierung rund um den heutigen Klemmhof in den 1970er Jahren wurde das Gebäude des Heimatmuseums abgerissen. Das Museum zog 1970/71 in die Villa Böhm um, wo es sich das Erdgeschoss mit der Ostasiatika-Sammlung Emil Helfferichs teilen musste. 1994 wurde die Sammlung wegen der baulichen Sanierung der Villa Böhm geschlossen. 2004 konnte das Museum als Stadtmuseum feierlich wiedereröffnet werden mit einem neuen, für die Zeit recht fortschrittlichen Konzept. Seitdem wird in den Räumen im Erdgeschoss der Villa Böhm die fast 800 jährige Geschichte Neustadts anschaulich präsentiert. 2014 wurde das 100-jährige Jubiläum mit einer Festwoche begangen. Weitere Informationen...

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